Archiv für Januar 2011

Kommentar zur neu gegründeten UFBL Weyer

Als Villmarer Bürgerin und Mandatsträgerin erstaunt mich die Gruppierung aus Weyer doch sehr. In der UFBL ist u. a. ein derzeitiges Gemeindevorstandsmitglied sowie der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Villmar vertreten. Leute, die so nah an der derzeitigen „Gemeindepolitik“ daran sind, wie kaum andere Personen unserer Gemeinde. Nun streiten sie „(…) für eine offensive Kommunikationsstrategie des Gemeindevorstandes. (…)“.

Sparvorschläge für die Gemeinde Villmar zu fordern ist leicht und leuchtet auch ein. Aber den dort vertretenen 3 Verantwortlichen für die derzeitige Gemeindepolitik sind bisher keine adäquaten Lösungen eingefallen, um den Gemeindehaushalt zu entlasten.

In ihrem Wahlprogramm benutzt die neue UFBL Weyer Argumente, die bereits seit langem Gegenstand der Diskussion sind –      z. B. Urnenbestattungen. Diese sind in Villmar bereits in allen denkbaren Möglichkeiten vorhanden. Maßnahmen zur Energiegewinnung wurden auch schon durchdacht. Es wurden bereits von einem Fachunternehmen die Dächer der gemeindeeigenen Hallen hinsichtlich ihrer Eignung für Photovoltaikanlagen begutachtet und leider für nicht besonders geeignet und damit nicht wirtschaftlich sinnvoll erachtet.

„(…) Mittelfristig sieht man Einsparpotenzial und Effizienzgewinne durch die Zusammenle-gung von Aufgaben der Gemeinde mit Nachbargemeinden (…)“: Hier haben die derzeit noch verantwortlichen Politiker, die sich in der neu gegründeten Gruppierung engagieren wollen, wohl in den Sitzungen nicht aufgepasst, denn dieses Thema wird seit geraumer Zeit immer wieder diskutiert. Diesbezüglich wurden schon Kontakte zu den Nachbargemeinden geknüpft und Anstrengungen zur Kostenreduzierung unternommen.

Als Letztes gibt die neue Gruppierung ihren Unmut über das neue Lahn-Marmor-Museum kund. Hier wird aber der Leser bewusst in die Irre geleitet, denn es kommen keine Kosten von 940.000 € auf die Gemeinde zu. Es liegt ein Gemeindevertretungsbeschluss vor, dass sich die Gemeinde Villmar im Falle eines Baus mit max. 200.000 € beteiligt. Der größte Anteil muss von einer Stiftung, Spenden und Zuschüssen finanziert werden. Nur dann wird sich die Gemeinde einmalig beteiligen. In diesem Haushaltsjahr sind übrigens keine Mittel in den Haushalt eingestellt.

Einer Insiderin drängt sich der Eindruck auf, dass sich hier eine Gruppierung gebildet hat, die aus einigen Leuten besteht, deren Stärke nicht die Team- und Kritikfähigkeit ist, sondern die über ein gehöriges Maß an Geltungsbedürfnis verfügen.

Sabine Günther,
Mitglied der CDU-Fraktion
in der Gemeindevertretung Villmar

Jahreshauptversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Villmar 2010

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der CDU Villmar am 13.12.2010 wurde die Liste der Bewerber zur Kommunalwahl 2011 verabschiedet. Über die Liste der 34 Bewerber wurde gemeinsam abgestimmt. Die engültige Liste der Bewerber findet sich hier.

Bericht des stv. Bürgermeisters Thomas Werner zur Sitzung des HFA

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

anbei die einleitenden Worte anlässlich der Sitzung vom vergangenen Mittwoch.

„Im Rahmen des förderrichtlinienkonformen Ausbaus der Breitbandversorgung in der Gemeinde Villmar, wurde das Interessenbekundungsverfahren als besondere Form des Ausschreibungsverfahrens gemäß der Richtlinien des Förderleitfaden Breitbandversorgung ländlicher Räume durchgeführt. Dieses Verfahren dient dem Abschluß der Phase 2 „Vergabeverfahren“ des geförderten Ausbaus.

Ziel war es, Angebote zu erhalten, nach denen der geförderte Ausbau der Breitbandversorgung durchgeführt werden kann. Nach einer technologieneutralen Auswertung der Angebote soll somit die wirtschaftlich beste Lösung für den Breitbandausbau im Bereich Grundversorgung hergestellt werden.

Hierzu müssen unter anderem die folgenden Kriterien berücksichtigt werden:

  • Vergleich der Unternehmen Telekom bzw. OR-Network, insbesondere in Hinblick auf die Investitionssicherheit
  • Gewichtung A-DSL (asymmetrisch – Privat) oder S-DSL (symmetrisch – Firmen)
  • Stand der Technologie (auch hier Frage nach der Investitionssicherheit).
  • Monopolsituation – die Telekom ist einer starken Regulierung durch die Bundesnetzagentur unterworfen, was bei dem (kleinen) Anbieter nicht gilt.
  • ganz besonders die Fördersituation, dass die Telekom voraussichtlich nicht gefördert wird, obwohl Glasfaser die zukunftssichere Technik ist und langfristig mehr Flexibilität bietet
  • die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und der Aufbau von modernen Hochleistungsnetzen der nächsten Generation sind entscheidend im Standortwettbewerb
  • zudem ist den wachsenden Anforderungen der Bevölkerung hinsichtlich Verfügbarkeit und Qualität der Internetversorgung Rechnung zu tragen.

Die Ziele sind ambitioniert, aber das kann nur durch eine Technologie- und Anbietervielfalt erreicht werden. Aber die Breitbandstrategie ist ein Maßnahmenpaket mit Durchschlagskraft.“

Die Fragen und das Ergebnis der formalen Prüfung wurden von Herr Passlack beantwortet.

Sehr erstaunt hat mich der Artikel in der VN vom 19.01.2011

Mein Fazit:

In der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss und des Bau- und Umweltausschuss – mit Herrn Passlack und Frau Trucker von der Breitbandberatung Hessen – haben sich die Teilnehmer mit sehr viel Engagement und Herzblut für das DSL eingesetzt, und die Diskussion wurde sehr diszipliniert geführt.

Gruß

Thomas Werner

1. Beigeordneter

Kommentar zur Angebotsvorlage Breitbandausbau

Im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde eine Bewertung der vorliegenden Angebote zum Breitbandausbau in Villmar durch Herrn Berthold Passlack, Seniorberater der tim GmbH (Breitbandberatung Hessen) vorgelegt.  Ich bin über die Auswertung des Beraters schlichtweg schockiert. Die Auswertung ist m. E. einseitig, falsch gewichtet und berücksichtigt wesentliche Aspekte nicht.

  1. Gewichtung A-DSL(asymmetrisch) vs S-DSL (symmetrisch):
    Ich gehe davon aus, dass mindestens 95% der Anschlussinhaber in Villmar ADSL benötigen. Dies ist sowohl für Privathaushalte als auch für übliche Geschäftskunden der Anschluß der Wahl. S-DSL wird nur dann benötigt, wenn der Anschlußinhaber selbst als Datenlieferant größere Mengen Daten bereitstellt (Z.B. Betreiber von Downloadservern). Mir fällt spontan kein Unternehmen ein, dass dies unbedingt bräuchte.
    In der Punkteauswertung werden jedoch insgesamt maximal (19+21) = 40 Punkte für A-DSL vergeben und (33+36) = 69 Punkte für S-DSL. Die Gewichtung in der Auswertung geht also hier massiv an den Bedürfnissen Villmars vorbei.
  2. Technologie:
    OR-Networks liefert eine reine Funkversorgung. Auch die Hybridlösung stellt aus Nutzersicht eine reine Funklösung dar. Dies kann bei unglücklicher baulicher Lage der Empfangseinrichtung auf Nutzerseite eine schwankende Signalqualität bedeuten. Dies kann ggf. Zusatzinvestitionen auf Kundenseite erfordern (Außenantenne, Zusatzverkabelung zur Antenne)
    Auch Witterungseinflüsse können zu einer schwankenden Signalqualität und somit Bandbreite führen.
    Bei Funktechnologie teilen sich zudem alle Nutzer die zur Verfügung stehende Bandbreite. Sofern sehr viele Villmarer Bürger das Angebot gleichzeitig nutzen, steht möglicherweise nicht mehr die volle Bandbreite zur Verfügung.
  3. Investitionssicherheit (Technologie):
    Die notwendigen Investitionen für die Funklösung sind zwar niedriger als bei der Kabellösung (DSL). Diese Investitionen beziehen sich größtenteils auf die spezifische Funktechnik. Bei einer zukünftigen technologischen Erweiterung wären die Investitionen in die Funktechnik größtenteils verloren. Wird die Hybridlösung gewählt, so sind zumindest die Investitionen in die Verkabelung voraussichtlich auch bei technologischer Weiterentwicklung wieder verwendbar.
  4. Investitionssicherheit (Anbieter):
    Einer der drei Anbieter hat während der Auswahlphase Insolvenz angemeldet. Dies macht deutlich, dass die finanzielle Stabilität des Anbieters auch ein Auswahlkriterium sein muss. Ich vermisse im Angebotsvergleich eine Aussage hierzu. Ich empfehle, zumindest bei den einschlägigen Auskunfteien (Schufa, Creditreform, Bürgel, Schimmelpfeng) Auskünfte über die OR-Networks einzuholen. Im Falle der (zukünftigen) Insolvenz des Anbieters wären sämtliche Investitionen verloren! Diese Gefahr besteht bei der Telekom sicherlich nicht.
  5. Monopolsituation vs. Wettbewerb:
    Die Telekom ist einer starken Regulierung durch die Bundesnetzagentur unterworfen. Diese gilt für den relativ kleinen Anbieter OR Networks nicht. Somit hat der Kunde im Falle der Telekom-Lösung die Option, nach Vertragsablauf zu anderen Anbietern zu wechseln, die dieselbe neu geschaffene Infrastruktur nutzen können, jedoch ggf. günstigere Vertragskonditionen anbieten.
    Im Falle OR-Networks besteht diese Möglichkeit nicht, da die Funktechnik sicherlich nicht von anderen Providern genutzt werden kann. Der Kunde ist somit faktisch dauerhaft an OR Networks gebunden, da keine Alternativtechnologie zur Verfügung steht, die von Wettbewerbern genutzt werden könnte. OR Networks kann somit nach Vertragsablauf die Preise diktieren.
  6. Fördersituation:
    Unter Punkt 5 schreibt Herr Passlack, dass die Telekomlösung voraussichtlich nicht gefördert würde. Eine Begründung liefert er hierfür jedoch nicht. Diese Frage ist sicherlich noch gründlicher zu beleuchten.
  7. Fazit:
    Ich bevorzuge klar die Telekom-Lösung, da diese weitaus zukunftssicherer ist und langfristig mehr Flexibilität bietet. Auch aus Wettbewerbsgesichtspunkten ermöglicht diese Option langfristig günstigere Preise.

Andreas Günther
Dipl.-Kfm., IT- Unternehmensberater

Einladung zum politischen Abend mit Landrat Manfred Michel

16 Mrz 2011 - 19:30-19:30

König-Konrad Halle, 65606 Villmar

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